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Melina Feldhof und Regina Kohlbecher erhalten Brenntag-Award

Regina Kohlbecher (links) und Melina Feldhof (rechts)

Der Brenntag-Award ist mit € 2000,- dotiert und geht im Regelfall an die beste Studentin oder den besten Studenten des Semesters. Im Sommersemester sind Frau Regina Kohlbecher und Frau Meline Feldhof mit gleichen Leistungen die besten Studentinnen des Semesters und daher wird der Preis zwischen den beiden Kandidatinnen geteilt. Beide erzielten den beeindruckenden Durchschnitt von 1.1. Zu diesem Anlass hat die Brenntag das Preisgeld einmalig auf € 3000,- erhöht.

Frau Melina Feldhof hat sich in Ihrer Masterarbeit mit dem Thema Synthese von Hemibastadin-Derivaten zur kovalenten Modifizierung von Polymeren für marine Anti-Fouling Anwendungen befasst.

Marines Biofouling beschreibt das unerwünschte Ansiedeln von Mikro- und Makroorganismen auf technischen Oberflächen, welches gerade in der Schifffahrt und Fischereiwirtschaft zu Mehrarbeit und hohen Kosten führt. Als Anti-Fouling Wirkstoffe werden meist schwermetallbasierte Biozide verwendet, welche allerdings unerwünschte negative Einflüsse auf marine Organismen aufweisen. Um den Einsatz von Bioziden zu umgehen, ist es vorteilhaft, sich an den natürlichen Anti-Fouling Mechanismen mariner Organismen zu orientieren. Arbeiten von Prof. Dr. Horst Weber und Prof. Dr. Peter Proksch (HHU) zeigten, dass der Meeresschwamm Ianthella basta eine Struktur der Klasse der Hemibastadine liefert, die effiziente Anti-Fouling Eigenschaften aufweist ohne auf marine Organismen toxisch zu wirken. Basierend auf diesen Arbeiten und in Kooperation mit Prof. Weber und Prof. Proksch sollten im Rahmen der Masterarbeit neue Möglichkeiten zur Anbringung der Hemibastadin-Wirkstoffe an polymeren Oberflächen (Kunststoffen) untersucht werden. Mittels der Expertise im Bereich der Polymere von Prof. Dr. Laura Hartmann (HHU) wurden zwei Strategien untersucht, die entweder eine Beschichtung bereits bestehender Objekte mit dem Wirkstoff ermöglichen sollen, oder die bei der Herstellung zugefügt werden könnten. In der Masterarbeit konnten bereits erfolgreich erste Polymer-Wirkstoff-Konjugate erzeugt werden, die im Rahmen der Promotion von Frau Feldhof nun weiterentwickelt und auf ihre Wirkung untersucht werden sollen.

Frau Regina Kohlbecher hat sich in Ihrer Masterarbeit mit dem Thema Sequenziell Palladium-katalysierte Mehrkomponentensynthese von biarylsubstituierten Triarylaminen befasst.

Im Rahmen ihrer Masterarbeit ist es Frau Regina Kohlbecher gelungen, durch die Verkettung der palladiumkatalysierten Suzuki‑Kupplungsreaktion und der Buchwald-Hartwig-Aminierung in neuartigen und diversitätsorientierten (Pseudo-)Vierkomponentenreaktionen, die Darstellung von symmetrisch sowie unsymmetrisch N,N-substituierten Triarylaminen zu etablieren. Bei diesen effizienten sequentiell palladiumvermittelten Ein-Topf-Verfahren laufen die verschiedenen Reaktionen nacheinander in einem Reaktionsgefäß ab und erfordern nach dem ersten Kupplungsschritt keine zusätzliche Katalysatorbeladung. Triarylamine verfügen aufgrund ihrer propellerartigen Struktur mit der Fähigkeit zur π- π-Stapelung und ihrer niedrigen sowie reversiblen Oxidationspotentiale über hervorragende elektronische Eigenschaften. Strukturverwandte Materialien finden daher bereits Anwendung als Organische Leuchtdioden in modernen Bildschirmen und stehen darüber hinaus im Fokus der Forschung auf dem Gebiet der Organischen Photovoltaik. Die im Zuge der Masterarbeit erstellten Substanzbibliotheken ließen sich auf ihre elektronischen Eigenschaften hin untersuchen. Die Analyse der erhaltenen Daten kann zu einer umfassenden Struktur-Eigenschafts-Beziehung führen, welche ein rationales Design von neuen Triarylaminen mit gewünschten Eigenschaften ermöglichen soll. Dieses Projekt und die Studie zum Absorptions‑, Emissions-, Solvatochromie- und AIE-Verhalten führt Frau Regina Kohlbecher im Rahmen ihrer Promotion am Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie von Herrn Prof. Dr. Thomas J. J. Müller fort.

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Kategorie/n: Chemie News
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